Husky – nachts halb vier

Nachts um halb vier ist es ziemlich still im Haus. Die Lampe der Nachbarns brummt. Auf der Straße hinter dem Wald fahren nur wenige Autos. Im Gebüsch versucht ein Vogel zaghaft ein Zirpen, aber eigentlich schläft er noch. Vögel sind langweilig, sie fliegen weg und man kann sie nicht fangen. Der anständige Husky liegt jetzt auf dem Sofa, die Beine bequem auf der Lehne abgelehnt. Sieht ja keiner, dann kann auch keiner stören. Oben tapsen leise Füße zum Bad. Oder doch eher laute Füße. Das ist Frauchen. Sie schläft wie ein Hund, immer mit Pausen. Das ist natürlich für einen Husky ziemlich sympathisch. Manchmal holt sie sich nachts auch etwas zu trinken. Das macht ein Husky auch. Frauchen ist ein anständiger Hund.

Heute nacht ist das Wasser alle. Das macht fast nichts. Ein Husky ist nämlich ein ziemlich intelligenter Hund. Er selber würde sogar sagen, sicherlich die intelligenteste Rasse auf diesem Planeten, aber er sagt es nicht, weil er selten was sagt. Heute nacht heult er stattdessen einfach, bis oben alles raschelt und das Wackelbett gluckert und die Stimmen leise schimpfen. Dann kommt jemand und füllt das Wasser nach. Heute nacht ist es Frauchen. Wie gesagt, Frauchen ist ein anständiger Hund. Und außerdem war sie ja eh schon wach. In ihrem Bauch gluckert es auch ein bißchen, das kann aber nur ein Husky im Haus hören. Und auch nur nachts um halb vier, wenn man sonst fast nichts hört. Es gluckert und pocht ein bißchen. Dann lässt Frauchen Wasser in den Napf und dann ist das Pochen egal, weil der Husky ja Durst hat. Gluck gluck. Dann wieder Sofa. Gutes Leben, so nachts um halb vier.